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Hausgeschichte: Als
Louis Groh im Alter von 24 Jahren Emma Roth heiraten will, beide aus
Wohnfeld, befinden sie sich in einer misslichen Lage. Das Erbe sah kein
Haus vor, nur Land. Glücklicherweise steht ein Fachwerkhaus auf dem
etwa 10 km entfernten Selgenhof bei Ulrichstein zum Verkauf an. Das 1848
solide erbaute und mangels Nachkommen verwaiste Anwesen, an einem
Bachlauf stehend, wechselt 1882 den Besitzer und zieht nach Wohnfeld um.
Ein gewaltiger Zug von
Ochsenkarren bewältigt diese Aufgabe. Talauf, talab werden die massiven
Eichenbalken nebst der schweren Sandsteintreppe nach Wohnfeld
transportiert. In Bobenhausen warten schon die Wohnfelder, um vor dem
Berg noch einmal ein Gespann vorzuschirren. Das ganze Dorf ist am
Hausumzug beteiligt. Etliche Eichenbalken, allesamt noch gebeilt und
nicht gesägt, haben so gar zwei Umzüge hinter sich, wie man an den
einst schon einmal verwendeten Hölzern noch erkennen kann.
Das Haus wird auf einem mächtigen
Gewölbekeller errichtet, die Gefache mit Lehmstroh aus der hiesigen
Lehmgrube gefüllt. Aus dieser Zeit stammt auch der heute noch
vorhandene schmiedeeiserne Zaun, in der hiesigen Dorfschmiede
angefertigt. Eine um 1900 angebrachte Holzverkleidung aus Schindeln, im
Haus hergestellt, hält dem Wetter nur bedingt stand und wird 1950
teilweise wieder entfernt.
Den Kaufpreis in schwerer Goldmark
muss der neue Besitzer Louis Groh zum Finanzamt nach Nidda tragen, denn
das gekaufte Anwesen ist an den Staat gefallen. Auf dem Fußweg dorthin
macht er in Schotten halt und tauschte den schweren Sack voller Goldmünzen
erleichtert in Papiergeld um.
Alle Generationen leben von
der Vieh und Landwirtschaft. Bisweilen ist auch Gänsegeschnatter
vernehmbar, wenn man neue Daunenfedern für die Federbetten benötigt.
Im Nebenerwerb wird Flachs auf dem Webstuhl verarbeitet.
Louis kann sein Einkommen durch die
Wahl zum Bürgermeister etwas aufbessern.
Im Jahre 1888 kommt Heinrich
Groh II hier zur Welt. Er wird 99 Jahre alt. Seine Ehefrau Emilie
bekommt 1922 einen Sohn, Heinrich III, der Lina Rahn aus Sellnrod zur
Frau nimmt. Man lebt von der Landschaft. Jahre 2003 bewirtschaften die
Eheleute zusammen mit ihrem Sohn Heimfried, Schwiegertochter Heidi und
den Kindern Corinna und Anja den Hof mit zwei Dutzend Milchkühen und
etwa 20 Stück Jungvieh im Nebenerwerb.
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