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Haustyp: Typischer
Vogelsberger "Streckhof", in dem Wohnhaus, Stall und Scheune
unter einem gemeinsamen Dach untergebracht sind. Vermutlich wurde dieses
vorwiegend aus gebeilten Eichenbalken bestehende Fachwerkhaus 1790
errichtet.
Hausgeschichte:
Dieses Anwesen, sowie das Haus schräg gegenüber, werden kurz
vor Kriegsende 1945 von umherschwirrenden Munitionsteilen schwer
getroffen. Scheune und Stall der beiden Anwesen brennen lichterloh.
Wie durch ein Wunder wird das
Wohnhaus gerettet. Das Wunder besteht aus Frauen, Kindern und einigen
durchziehenden Soldaten, die schnell die alte handgetriebene
Spritzenpumpe in Aktion setzen, denn die moderne Motorpumpe können sie
nicht bedienen, und die erfahrenen Feuerwehrmänner der 1933 gegründeten
Freiwilligen Feuerwehr sind noch im Krieg.
Ursache der Katastrophe ist
ein deutscher Munitionstransport, welcher, als Sanitätsfahrzeuge
getarnt, auf dem Rückzug durch ein alliiertes Jagdflugzeug oberhalb des
heutigen Friedhofs beschossen wird. Die Druckwelle der Detonation lässt
Fensterglas splittern und deckten mehrere Häuser ab.
Zuvor ereilte dem Hof bereits
Ungemach. Im ersten Weltkrieg wird aus dem bäuerlichen
Betrieb eines von zwei Pferden requiriert. Von da an muss das
verbleibende blinde Pferd die Furche ziehen, was ihm mit erstaunlicher
Gleichmäßigkeit gelingt. Im 2. Weltkrieg wird wieder ein Pferd zum
Kriegsdienst eingezogen. Nun muss man mit Kühen das Feld bearbeiten.
Ansonsten bleibt Wohnfeld von
den Kriegswirren baulich weitgehend
verschont. Mit dem Abzug der amerikanischen Truppen nach zehntägiger
Besatzung geht auch in Wohnfeld der 2. Weltkrieg zu Ende. 24 von 39
Wohnfelder Männern, die als Soldaten in den Krieg ziehen, kehren nicht
mehr in ihre Heimat zurück, ein hoher Blutzoll.
Jahrhunderte zuvor musste
Wohnfeld ebenfalls Kriegeseinwirkungen erdulden. Nicht verschont wurde
das Dorf vom Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648), als im Jahr 1622
das protestantische Heer des "Tollen Herzogs Christian von
Braunschweig" wütete. Die Schandtaten des zügellosen Kriegsvolkes
sind überliefert
Als das Haus vor über 200
Jahren gebaut wird, liegt es im "Neubaugebiet" der damaligen
Zeit, außerhalb des Dorfkerns. Es ist im Besitz der Familie Schneidmüller.
Heinrich Groh heiratet die Tochter, Elisabeth Katharina Schneidmüller,
geb. 1854. Sie bringt 5 Kinder zur Welt. In dieser Zeit, 1906, wird das
Haus an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen, von
italienischen Arbeitern verlegt. 1922 ersetzt man die Petroleumlampen
durch elektrisches Licht.
Der älteste Sohn der
Familie, Johannes Groh, übernimmt nun das Haus und heiratet. Das
einzige Kind, Albert Groh, bleibt unverheiratet. Im Jahre 2003, ist das
Haus im Besitz von Bernhard Groh. Noch heute lebt das Haus mit und von
der Landwirtschaft.
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